Das Frühstück im Hotel …

Die Absenkung des Umsatzsteuersatzes für Übernachtungskosten durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz zieht neben dem politischen Wirbel auch handfeste Konsequenzen nach sich.

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Der ermäßigte Steuersatz gilt nur für Leistungen der Beherbergung - also der Übernachtung. Verpflegungsleistungen fallen ausdrücklich nicht darunter. Das Frühstück oder die Getränkeversorgung aus der Mini-Bar unterliegen somit dem vollen Steuersatz - wie auch alle anderen Nebenleistungen wie bspw. Internet- oder Telefongebühren und Pay-TV-Angebote.
Die Hoteliers müssen also seit dem 01.01.2010 auf ihren Rechnungen getrennte Umsatzsteuersätze für die Übernachtung und das Frühstück sowie sonstige Nebenleistungen ausweisen.

Aus diesem getrennten Ausweis ergeben sich Folgewirkungen für Arbeitnehmer auf Geschäftsreisen. Bisher hat die Finanzverwaltung für das Frühstück pauschal 4,80 € abgezogen und der Rest konnte dem Arbeitnehmer steuerfrei erstattet werden. Da nun aber auf der Rechnung die tatsächlichen Kosten für das Frühstück ausgewiesen sind - sind diese vom Rechnungsbetrag abzuziehen und dem Arbeitnehmer können nur die reinen Übernachtungskosten steuerfrei erstattet werden. Das Frühstück dürfte regelmäßig teurer als 4,80 € sein.

Welche Möglichkeiten gibt es?

  1. Der Arbeitnehmer trägt die Kosten für das Frühstück selbst und nur die Übernachtungskosten werden steuerfrei erstattet.
  2. Der Arbeitnehmer versteuert die Differenz zwischen 4,80 € und dem tatsächlichen Preis für das Frühstück als geldwerter Vorteil.
  3. Der Arbeitgeber erstattet die vollen Frühstückskosten und übernimmt die Steuerlast für den Betrag der über 4,80 € hinausgeht (die Differenz unterliegt der pauschalen Lohnsteuer!)

 

Verschiedene Verbände haben sich an die Finanzverwaltung gewandt und eine "kurzfristige" Lösung für das Problem angemahnt. Eine offizielle Stellungnahme der Finanzverwaltung liegt derzeit jedoch noch nicht vor.

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Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat bereits mit einer Verfügung reagiert und sieht für das Frühstück folgende Regelung vor: Wird das Frühstück separat ausge-wiesen, ist es dem vollen Steuersatz zu unterwerfen und mit dem in der Rechnungen ausgewiesenen Betrag zu versteuern. Ist das Frühstück im Übernachtungspreis enthalten oder wird es kostenlos angeboten soll der Anteil des Übernachtungspreises, der auf das Frühstück entfällt, sich nach der Preiskalkulation des Unternehmers richten - es ist dabei nicht zu beanstanden, wenn sich der Unternehmer an den lohnsteuerlichen Werten orientiert.

HINWEIS: Das gleiche gilt auch für Pauschalen für Tagungen mit Übernachtungen oder Wellnesspakete.

TIPP: Bucht der Arbeitgeber vor Reiseantritt die Verpflegung mit kommt als Alternative ein Ansatz eines Sachbezugswertes von 1,57 € für ein Frühstück oder 2,80 € je Mittag- und Abendessen in Betracht. Der Sachbezugswert kann entweder separat lohnversteuert werden oder aber direkt von den zu gewährenden Spesen abgezogen werden. Der Rechnungsausweis des Frühstücks spielt dabei dann keine Rolle mehr.

Veröffentlicht im März 2010

 

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Bertram Mayer

Ing. agr. grad Bertram Mayer ist Gründer und Partner der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Als Steuerberater und vereidigter Buchprüfer ist er der Spezialist für Hofübergaben und der Beratung bei den Fragestellungen rund um eine Unternehmensübergabe.

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