Das neue Reisekostenrecht

Zum 01.01.2014 ist das neue Reisekostenrecht in Kraft getreten. Im Folgenden wollen wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen verschaffen:

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 3 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

1. Begriffsdefinition
„die erste Tätigkeitsstätte“

Der bisher gültige Begriff der  “regelmäßigen Arbeitsstätte“,  der einkommensteuerrechtlich im Hinblick auf Entfernungspauschalen,  Dienstreisen, oder auch der Berechtigung einer doppelten Haushaltsführung eine zentrale Rolle gespielt hat, wird ab dem 01.01.2014 durch den Begriff „die erste Tätigkeitsstätte“ ersetzt.

Die „erste Tätigkeitsstätte“ ist eine ortsfeste Einrichtung, an welcher der Arbeitnehmer beschäftigt ist. Die erste Tätigkeitsstätte wird durch Zuordnung des Arbeitsgebers ermittelt. Erfolgt keine Zuordnung durch den Arbeitgeber, wird sie durch die Finanzverwaltung festgelegt. Dann wird die „erste Tätigkeitsstätte“ wie folgt ermittelt:

  • wo ist der Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich oder
  • je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder
  • mindestens ein Drittel seiner regelmäßigen Arbeitszeit

an einer betrieblichen Einrichtung beschäftigt?

Ist keine oben genannter Variationen gegeben, hat ein Arbeitnehmer keine „erste Tätigkeitsstätte“.

2. Fahrtkosten
Fahrtkosten können in den Reisekosten  unverändert wie folgt berücksichtigt werden:

Fahrten  zwischen dem Wohnsitz und der ersten Tätigkeitsstätte (früher: Arbeitsstätte)  werden in Höhe der Entfernungspauschale (0,30 € je gefahrenen km, jeweils nur einfache Entfernung) als Werbungskosten berücksichtigt.
Für alle weiteren beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten kann nach Reisekostengrundsätzen abgerechnet werden. D.h. die tatsächlich gefahrenen Kilometer x 0,30 €, werden als Werbungskosten angesetzt.

Hinweis: Hat ein Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte, sind alle beruflich veranlassten Fahrten
als Reisekosten zu sehen!

3. Verpflegungsmehraufwendungen
Der Verpflegungsmehraufwand ist vereinfacht worden. Anstatt der bisher geltenden drei Stufen sind zukünftig nur noch zwei  pauschale Sätze anwendbar:

  • 12 € je Kalendertag mit einer Abwesenheitsdauer von mehr als 8 Stunden.
  • 24 € je Kalendertag mit einer Abwesenheitsdauer von mehr als 24 Stunden.
  • Bei auswärtiger Übernachtung erhält der Arbeitnehmer jeweils 12 € für den An- und Abreisetag. Diese Pauschale gilt unabhängig von der tatsächlichen Abwesenheitszeit.


Beispiel:
Arbeitnehmer X hat am Dienstag um 9.00 Uhr eine geschäftliche Besprechung. Er reist bereits am Montagabend um 20.00 Uhr zum Besprechungsort und übernachtet dort. Nach der Besprechung reist er ab und erreicht seine Wohnung Dienstagnacht um 1.00 Uhr.

Für den An- und Abreisetag kann jeweils ein Pauschbetrag von 12 €, für den Besprechungstag ein Pauschbetrag von 24 € geltend gemacht werden.

4. Gestellung von Mahlzeiten für Inlandsreisen
Erfolgt die Mahlzeitengestellung durch den Arbeitgeber, wird der pauschale Verpflegungsmehraufwand  gekürzt.

  • Bei einem Frühstück Kürzung um 20% (=4,80 €)
  • Bei einem Mittag/Abendessen Kürzung um 40% (=9,60 €)


Zahlt der Arbeitnehmer die Verpflegung selbst, entfällt die Kürzung. Dies ist ebenfalls unverändert zu den bisherigen Vorschriften.

Veröffentlicht im Februar 2014

 

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