Die EEG-Novelle 2012

Ende Juni hat der Vermittlungsausschuss nach einem langen Tauziehen die EEG-Novelle 2012 beschlossen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 6 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Rückwirkend zum 01.04.2012 treten somit die folgenden Änderungen in Kraft - Neugestaltung der Vergütungsklassen und Größenbegrenzung

Für Dachanlagen gibt es nach der Novelle 4 Vergütungsklassen: Anlagen bis 10 kW installierter Leistung, bis 40 kW, bis 1.000 kW und über 1.000 kW. Bei Freiflächenanlagen wird nicht mehr nach der Größe klassifiziert. Anlagen die größer als 10 MW sind, erhalten nach der Neuregelung keine Vergütung mehr. Um hier einem eventuellen Missbrauch vorzubeugen werden Anlagen als eine Anlage gewertet, wenn sie innerhalb von 2 Jahren im Umkreis von 2 km im Gebiet derselben Gemeinde in Betrieb gehen.

Absenkung der Einspeisevergütung

Die für Juli 2012 vorgesehene Absenkung der Einspeisevergütung wird vorgezogen und um eine Sonderdegression ergänzt.

Ab dem 01.04.2012 gelten die folgenden Vergütungssätze: Eine ausfühliche Übersicht finden Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Mandanten-Magazins blattgrün.

Übergangsbestimmungen: 

Für Freiflächenanlagen: Es gelten die alten Vergütungssätze weiter, wenn vor dem 01.03.2012 ein Planungsverfahren (Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan oder Planfeststellungsverfahren) begonnen wurde und die Anlage bis zum 30.06.2012 technisch in Betrieb genommen wurde.

Wird die Anlage auf Konversionsflächen errichtet verlängert sich die Frist für die Inbetriebnahme bis zum 30.09.2012 - allerdings sinkt die Vergütung zum 01.07.2012.

Für Dachanlagen - die vor dem 24.02.2012 ein Netzanschlussbegehren gestellt haben gelten die alten Vergütungssätze, wenn die Anlagen vor dem 30.06.2012 in Betrieb genommen wurden.

Ab dem 01.05.2012 werden die Vergütungssätze monatlich um 1 % gesenkt. Dies entspricht einer jährlichen Senkung von ca. 11,4 %. Diese ist jedoch abhängig von der Einhaltung des Zubaukorridors.

Zubaukorridor und Gesamtausbauziel

In der EEG-Novelle ist nun ein verbindliches Gesamtausbauziel für Deutschland vereinbart worden - insgesamt soll Strom aus Photovoltaik mit 52 Gigawatt zum Strommix in Deutschland beitragen. Der jährliche Zubaukorridor beträgt 2.500 - 3.500 MW. Sind die 52 GW überschritten erhalten neue Anlagen keine Vergütung nach dem EEG mehr.

Eigenverbrauchsbonus

Der Eigenverbrauchsbonus entfällt ersatzlos. Bei Anlagen zwischen 10 kW und 1.000 kW werden nur noch 90 % des erzeugten Stromes vergütet. Die unvergütete Strommenge steht für den Eigenver-brauch oder für eine eigene Vermarktung zur Verfügung. Bei kleineren Anlagen bis 10 kW und bei Freiflächenanlagen bis 10 MW erfolgt die Vergütung nach wie vor zu 100 %.

Die Neuregelung greift für Anlagen die ab dem 01.04.2012 in Betrieb genommen wurden - sie wird jedoch erst ab dem 01.01.2014 angewendet.

Änderungen bei der  Inbetriebnahme

Der Begriff der Inbetriebnahme wird nach der EEG-Novelle enger gefasst. Es ist nicht mehr ausreichend, dass ein Modul Strom erzeugt hat. Ab dem 01.04.2012 ist nachzuweisen, dass das Modul an seinem bestimmungsgemäßen Ort fest installiert ist, mit einem Wechselrichter ausgestattet ist und Strom produziert hat. Ab dem 01.04.2012 greift die sogenannte technische Inbetriebnahme für alle Anlagenarten.

HINWEIS: Die Dachflächenvergütung im Außenbereich wird nur noch für Solaranlagen gewährt, wenn die Anlage auf Wohn- oder Stallgebäuden oder im Zusammenhang mit einem neuen landwirtschaftli-chen Hof errichtet wird.

TIPP: Anlagen mit einer Leistung bis zu 100 kW die ab dem 01.01.2012 in Betrieb gegangen sind, müssen bis zum 01.01.2013 eine technische Einrichtung für die Abregelung ihrer Leistung einbauen! Anlagen bis 30 kW können alternativ nur noch 70 % ihrer Stromerzeugung ins Netz einspeisen - dann entfällt die Verpflichtung zur Nachrüstung.

 

 

Veröffentlicht im August 2012

 

Das könnte Sie auch interessieren

Michael Mühlhäuser

Dipl. Ing. (FH) Michael Mühlhäuser ist Steuerberater und Partner bei der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Der Spezialist für Fragen rund um die Umsatzsteuer betreut zudem die klassischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe.

Mehr zur Person » Kontakt aufnehmen »