Um die Folgen der Mindestlohneinführung abzumildern hat sich der Gesetzgeber dazu entschlossen folgende flankierende Maßnahmen einzuführen

Mindestlohn und kurzfristige Beschäftigung

Über den Mindestlohn haben wir bereits in unserer blattgrün-Ausgabe 06/2014 berichtet.

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Um die Folgen der Mindestlohneinführung abzumildern hat sich der Gesetzgeber dazu entschlossen folgende flankierende Maßnahmen einzuführen:

  • Ausweitung der Zeitgrenzen bei der kurzfristigen Beschäftigung von 50 auf 70 Arbeitstage in den Jahren 2015 bis 2018
  • Anrechnung von Kost und Wohnung auf den Mindestlohn
  • Prüfung durch die Bundesregierung ob bei zu Unrecht an die ausländische Sozialversicherung entrichtet Beiträge aufgrund falscher A1-Bescheinigungen eine Überweisung des ausländischen Trägers direkt an die deutsche Sozialversicherung erfolgen kann

Klar gesetzlich gesetzlich geregelt ist bis jetzt nur die Ausweitung der Zeitgrenze . Ob die anderen beide Punkte ebenfalls Einfluss in das Gesetzgebungsverfahren finden ist derzeit noch offen.

Was ist zukünftig bei der kurzfristigen Beschäftigung zu beachten?

Die Ausweitung der Grenze von 50 auf 70 Arbeitstage tritt mit Wirkung zum 01.01.2015 in Kraft. Die neue Grenze von 70 Arbeitstagen darf erst ab dem 01.01.2015 berücksichtigt werden!

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt ab dem 01.01.2015 demnach vor, wenn sie im Lauf eines Kalenderjahrs auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder vertraglich begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

HINWEIS: Kalenderjahrüberschreitende kurzfristige Beschäftigung.

Für kurzfristige Beschäftigungen die in 2014 beginnen sind nach wie vor die alten Zeitgrenzen maßgeblich – demnach ist eine  im Jahr 2014 beginnende Beschäftigung kurzfristig, wenn die Zeitgrenzen von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen nicht überschritten wird. Das gilt auch für solche befristete Beschäftigungen, die zum Beispiel erst im Jahr 2015 enden.

Beispiel: Es wird eine Beschäftigungsdauer vom 15. Oktober 2014 bis zum 15. Januar 2015 vereinbart.

Nach den Arbeitsgrenzen die in 2014 noch gelten – liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor – das bedeutet die Monate Oktober, November und Dezember sind als versicherungspflichtige Beschäftigung abzurechnen – im Januar 2015 ist dann das neue Recht anzuwenden mit der Folge, dass für den Januar Versicherungsfreiheit eintritt.

Beispiel: Es ist geplant die Beschäftigung vom 01. November bis zum 31. Dezember 2014 auszuüben. Gegen Ende der Beschäftigung wird eine Verlängerung der Beschäftigung bis Ende Januar 2015 vereinbart.

Hier gilt folgendes: Es ist auf den Zeitpunkt abzustellen ab dem feststeht, dass die Beschäftigung verlängert wird. Liegt dieser in 2014 tritt für den Zeitraum in 2014 Versicherungspflicht ein, da die 50 Tage dann überschritten sind. Erst ab dem 01. Januar 2015 besteht dann Versicherungsfreiheit.

Veröffentlicht im Oktober 2014

 

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Isabell Wagner

Isabell Wagner ist bei Mayer & Kollegen die erste Ansprechpartnerin bei Fragen rund um die Lohnabrechnung. Die Expertin im Lohnbereich verfügt zudem über umfangreiches Spezialwissen zur Abrechnung von Saisonarbeitskräften.

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