Neues bei der Umsatzsteuer, die „neue“ Rechnung

Damit eine Rechnung zum Vorsteuerabzug berechtigt, müssen die Angaben des § 14 UStG auf der Rechnung enthalten sein

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 5 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

 

  • Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  • Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung
  • Nach Steuersätzen und -befreiungen aufgeschlüsseltes Entgelt
  • Im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts
  • Anzuwendender Steuersatz, Entgelt und hierauf entfallender Steuerbetrag sowie ggf. Hinweis auf Steuerbefreiung
  • Ggf. Hinweis auf Steuerschuld des Leistungsempfängers
  • Ggf. Hinweis auf Aufbewahrungspflicht.


Beachte: Die vorstehenden Angaben sind für Rechnungen mit einem Betrag von über 150 Euro brutto gültig. Darunter gelten Erleichterungen für so genannte Kleinbetragsrechnungen.

Daneben gelten für innergemeinschaftliche Sachverhalte und Handwerkerleistungen noch spezielle weitere Vorschriften. Damit nicht genug. Durch das Amtshilferichtlinien-Umsetzungsgesetz hat der Gesetzgeber die Anforderungen an eine Rechnung nochmals verschärft.

Gutschriften
Als Gutschrift wird im Umsatzsteuerrecht eine Rechnung bezeichnet, die vom Leistungsempfänger ausgestellt wird. Weit verbreitet sind bspw. Gutschriften im Bereich der Lizenzabrechnungen oder bspw. beim Milchgeld. Künftig muss eine solche Gutschrift ausdrücklich als „Gutschrift“ bezeichnet werden. Das Dokument muss also ausdrücklich die Angabe „Gutschrift“ enthalten.  

Hinweis: Kaufmännische Gutschriften – also Gutschriften zur Rechnungskorrektur oder zur Gewährung eines Preisnachlasses – dürfen ab sofort nicht mehr als Gutschrift bezeichnet werden. Diese Dokumente sind zukünftig als „Rechnungskorrektur“ oder „Storno-Rechnung“ zu bezeichnen.

Reiseleistungen/Differenzbesteuerung
Bereits bisher war bei der Differenzbesteuerung der folgende Hinweis in die Rechnungen mitaufzunehmen:„Differenzbesteuerung nach § 25/25a UStG“. Diesem Hinweis ist nun hinzuzufügen – je nach Sachverhalt – um welchen Anwendungsbereich der Differenzbesteuerung es sich handelt – bspw. „Sonderregelung für Reiseleistungen“ oder „Sonderregelung für Gebrauchsgegenstände“ oder „Sonderregelung für Kunstgegenstände“ etc.

Reverse-Charge-Verfahren
Beim Reverse-Charge – Verfahren schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Die Rechnung muss in einem solchen Fall zwingend den Hinweis: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ enthalten. Ebenfalls zulässig ist der Begriff: Reverse-Charge.

Fristen
Rechnungen für innergemeinschaftliche Lieferungen und sonstige Leistungen an Unternehmer in einem anderen Mitgliedsstaat müssen nun zwingend bis zum 15. des Folgemonats ausgestellt werden.


Veröffentlicht im Oktober 2013

 

Das könnte Sie auch interessieren

Michael Mühlhäuser

Dipl. Ing. (FH) Michael Mühlhäuser ist Steuerberater und Partner bei der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Der Spezialist für Fragen rund um die Umsatzsteuer betreut zudem die klassischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe.

Mehr zur Person » Kontakt aufnehmen »