Neues zur Gelangensbestätigung

Innergemeinschaftliche Warenlieferungen sind umsatzsteuerfrei, wenn der Unternehmer die erforderlichen Belege und Buchnachweise erbringt.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 5 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Zur Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs sollte ursprünglich ab dem 01.01.2012 nur noch die so genannte Gelangensbestätigung als Nachweis anerkannt werden. Wir haben in unserer blattgrün-Ausgabe Juni 2012 darüber berichtet.

In dieser Gelangensbestätigung bestätigt der Abnehmer, dass der Gegenstand der Lieferung in das übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist. Nach erheblichen Protesten der Wirtschaft sind die Regeln überarbeitet worden und treten nunmehr am 01.10.2013 in Kraft.

Für zuvor ausgeführte innergemeinschaftliche Lieferungen gelangen die vor 2012 gültigen Regelungen zur Anwendung.
Neben der Gelangensbestätigung, die weiterhin als Nachweisbeleg vorgesehen ist und keiner bestimmten Form unterliegt, werden zukünftig weitere Nachweise anerkannt:

  1. Bei Versendung des Gegenstands der Lieferung durch den Unternehmer oder Abnehmer, z. B. durch einen Versendungsbeleg, insbesondere einen handelsrechtlichen Frachtbrief.
  2. Bei Versendung des Gegenstands der Lieferung durch den Abnehmer mittels eines Nachweises über die Bezahlung des Gegenstands von einem Bankkonto des Abnehmers zusammen mit einer Bescheinigung des beauftragten Spediteurs, die diverse Angaben erhalten muss (Namen, Anschriften, Bezeichnung und Menge des Liefergegenstands, Unterschriften).

Bei der Lieferung von Fahrzeugen, die durch den Abnehmer befördert werden und für die eine Zulassung zum Straßenverkehr erforderlich ist, durch einen Nachweis über die Zulassung des Fahrzeugs auf den Erwerber im Bestimmungsmitgliedstaat der Lieferung.

Wie sieht die Gelangensbestätigung konkret aus?

Die Gelangensbestätigung ist an keine spezielle Form gebunden. Folgende Angaben muss die Gelangensbestätigung jedoch enthalten:

  • Name und Anschrift des Abnehmers
  • Menge des Liefergegenstandes und seine handelsübliche Bezeichnung; wird ein Fahrzeug geliefert, auch die Fahrzeug-Identifikationsnummer
  • Angabe von Ort und Monat des Erhalts des Gegenstandes durch den Abnehmer im Gemeinschaftsgebiet 
  • – auch dann, wenn der Abnehmer die Ware selbst abholt
  • Ausstellungsdatum der Bestätigung
  • Unterschrift des Abnehmers oder eines Beauftragten.

Neben der Gelangensbestätigung werden die weiteren oben genannten Nachweise – Frachtbrief bzw. Bescheinigung des Spediteurs mit Zahlungsnachweis akzeptiert.

WICHTIG: Die Gelangensbestätigung kann auch auf elektronischem Wege übermittelt werden – hierfür ist es jedoch erforderlich, dass die Übermittlung im Verfügungsbereich des Abnehmers oder des Beauftragten begonnen hat – zum Beispiel über den verwendeten E-Mail Account.

HINWEIS: In Fällen des elektronisch überwachten Sendungsverlaufs (Track and Trace) genügt als Nachweis der schriftlich oder elektronisch erteilte Auftrag sowie ein vom Kurierdienst erstelltes Protokoll, das den Transport lückenlos bis zur Ablieferung beim Empfänger nachweist.

Nachweisführung ab dem 01.10.2013

  • Eigentransport durch Lieferer – Gelangensbestätigung
  • Selbstabholung durch Abnehmer – Gelangensbestätigung
  • Transport durch von Lieferer oder Abnehmer beauftragte Dritte/Transportunternehmen – Gelangensbestätigung oder alternative Nachweise 


Für Fragen rund um die Gelangensbestätigung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Veröffentlicht im August 2013

 

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Michael Mühlhäuser

Dipl. Ing. (FH) Michael Mühlhäuser ist Steuerberater und Partner bei der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Der Spezialist für Fragen rund um die Umsatzsteuer betreut zudem die klassischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe.

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