Schenkungen sind dem Finanzamt anzuzeigen!

Grundsätzlich sind Erbfälle und Schenkungen dem Finanzamt anzuzeigen. Nach § 30 ErbStG hat der Erwerber (egal ob durch Erbfall oder Schenkung erworben!) dem Finanzamt binnen 3 Monaten nach Kenntnis der Schenkung oder der Erbschaft dies anzuzeigen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 5 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Bei Schenkungen trifft diese Verpflichtung auch den Schenker!

Es bedarf nur dann keiner Anzeige, wenn der Erwerb auf einer, von einem deutschen Gericht, einem deutschen Notar oder einem deutschen Konsul, eröffneten Verfügung von Todes wegen beruht – und sich aus dieser der Erwerber unzweifelhaft ergibt!
Diese Befreiung gilt jedoch nicht, wenn zum Erwerb Grundbesitz, Betriebsvermögen, Anteile an Kapitalgesellschaften oder Auslandsvermögen gehört.

Wird eine Schenkung oder eine Zweckzuwendung notariell oder gerichtlich beurkundet ist ebenfalls keine Verpflichtung zur Anzeige gegeben.

Was bedeutet das für die Praxis?
Von Erbschaften erfährt das Finanzamt in der Regel von Seiten Dritter – bspw. über Mehrfertigungen der Niederschriften von Testamentseröffnungen, Mehrfertigungen von Erbscheinen etc. Von Schenkungen erfahren die Finanzbehörden nur, wenn ein notariell beurkundeter Schenkungsvertrag vorliegt.
In allen Fällen – egal ob Schenkung oder Erbschaft – und egal ob notariell beurkundet oder nicht, ist es erforderlich das Finanzamt zu informieren.

Die Folgen einer unterlassenen Anzeige:
Wird die Anzeigepflicht verletzt beginnt die Festsetzungsfrist für die Erbschafts- und Schenkungssteuer nicht zu laufen – es greift eine sogenannte Anlaufhemmung – ggf. sogar unter Anwendung der auf 5 bzw. 10 Jahre verlängerten Fristen wegen leichtfertiger Steuerverkürzung oder vorsätzlicher Steuerhinterziehung.

Bitte informieren Sie uns über Schenkungen – wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Verpflichtungen.

Veröffentlicht im August 2013

 

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Bertram Mayer

Ing. agr. grad Bertram Mayer ist Gründer und Partner der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Als Steuerberater und vereidigter Buchprüfer ist er der Spezialist für Hofübergaben und der Beratung bei den Fragestellungen rund um eine Unternehmensübergabe.

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