Die E-Bilanz kommt

Ab 2013 haben bilanzierende Unternehmer nach dem neu eingefügten § 5b EStG ihre Bilanz beim Finanzamt in elektronischer Form einzureichen. Nachdem die Einführung der E-Bilanz mehrmals verschoben wurde und unter anderem eine Pilotphase der Einführung vorgeschaltet wurde, steht nun der Umsetzung nichts mehr im Wege.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 7 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Was versteht man unter der E-Bilanz?
Unter der E-Bilanz versteht man die Regelungen zur elektronischen Übermittlung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen an die Finanzverwaltung.

Zu übermitteln ist die Steuerbilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Alternativ kann auch die Handelsbilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung und zusätzlicher steuerlicher Überleitungsrechnung übermittelt werden. Soweit ein Anhang, Lagebericht oder Prüfbericht vorliegt, kann dieser auch in Papierform eingereicht werden.

Die elektronische Übermittlung ist erstmals für Jahresabschlüsse vorzunehmen, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.12.2011 beginnt - also ab dem Wirtschaftsjahr 2012 respektive ab dem Wirtschaftsjahr 2012/2013. Das bedeutet, dass der Jahresabschluss des Kalenderjahres 2012 bzw. des Wirtschaftsjahres 2012/2013 erstmals in elektronischer Form beim Finanzamt einzureichen ist.

TIPP:
Die Finanzverwaltung wird es nach ihrem Anwendungsschreiben zur Umsetzung der E-Bilanz vom 29. September 2011 nicht beanstanden, wenn für das Erstjahr die Jahresabschlüsse noch nicht nach dem amtlich vorgeschriebenen Datensatz übermittelt werden. Eine Übermittlung muss somit zwingend erst für das Kalenderjahr 2013 bzw. das Wirtschaftsjahr 2013/2014 in 2014 erfolgen.

Was bedeutet das nun konkret für die Unternehmen?
Trotz des eingeräumten zusätzlichen Zeitpuffers von Seiten der Finanzverwaltung sollten die Vorbereitungen zur Umsetzung der E-Bilanz nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Für Mandanten welche die Buchhaltung bei uns im Hause erstellen lassen, werden wir automatisch die notwendigen Änderungen vornehmen. Sollte konkreter Abstimmungsbedarf bestehen, sprechen wir Sie selbstverständlich darauf an.

Für selbstbuchende Mandanten - also für Mandanten welche ihre Buchhaltung selbst führen - werden wir im Laufe des nächsten Jahres gezielte Schulungen für die Umstellung auf die E-Bilanz anbieten.

Die E-Bilanz ist im sogenannten XBRL-Format (eXtensible Business Reporting Language) an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Es handelt sich dabei um einen international weit verbreiteten Standard zur Übermittlung von Unternehmensdaten. Diesem XBRL-Format liegt eine Taxonomie zugrunde. Vereinfacht versteht man in der Informationstechnologie unter Taxonomie ein Schema, mit dem Daten aufbereitet, versendet und ausgewertet werden können.

Neben der so genannten Kerntaxonomie gibt es verschiedene Branchentaxonomien, u. a. für die Land- und Forstwirtschaft.

Welche Anpassungen sind notwendig?
Die Taxonomie ist ein starr vorgegebenes Gerüst. Damit die Daten korrekt übermittelt werden können, müssen die Kontenpläne für die unterjährige Verbuchung angepasst werden. Die meisten Softwareanbieter haben aus diesem Grund bereits ihre Kontenrahmen überarbeitet und verschiedentlich Konten gesperrt respektive geändert.

Unternehmensindividuelle Kontenrahmen sind in einem ersten Schritt auf "Taxonomie-Tauglichkeit" zu überprüfen. Gegebenenfalls sind Anpassungen vorzunehmen, bei denen wir Sie gerne unterstützen.

Wie bereits erwähnt, bieten wir dazu im Laufe des nächsten Jahres entsprechende Schulungen an. Wir empfehlen, die Umstellung im Laufe des Jahres 2012 vorzubereiten.

Veröffentlicht im Dezember 2011

 

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Markus Winkler

Markus Winkler ist Steuerberater und landw. Buchstelle bei der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Er ist neben der steuerlichen besonders auf die betriebswirtschaftliche Beratung sowie auf die Einrichtung und Betreuung von Kostenrechnungen spezialisiert.

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