Die Schwerbehindertenabgabe

Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, sind nach § 72 Sozialgesetzbuch IX verpflichtet, 5 % der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen.

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Wird diese Verpflichtung nicht erfüllt, müssen die betroffenen Arbeitgeber die sogenannte Schwerbehindertenausgleichsabgabe oder Ausgleichsabgabe bezahlen.

Was bezweckt die Ausgleichsabgabe?
Die Abgabe soll einen Ausgleich gegenüber denjenigen Arbeitgebern schaffen, die ihre Beschäftigungspflicht erfüllen und denen daraus, z. B. durch gesetzlichen Zusatzurlaub und die behinderungsgerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes, erhöhte Kosten entstehen.

Aus der Ausgleichsabgabe, die über die Arbeitsagentur an das Integrationsamt entrichtet wird, werden hauptsächlich Hilfen für schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz und Arbeitgeber, denen durch die Beschäftigung eines schwerbehinderten Menschen höhere Kosten entstehen, finanziert.

Wie wird die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ermittelt?

Für die Ermittlung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl sind Auszubildende und Mitarbeiter deren wöchentliche Arbeitszeit weniger als 18 Stunden betragen nicht zu berücksichtigen. Ebenso Stellen, die - beispielsweise aufgrund einer Befristung - nur für die Dauer von höchstens 8 Wochen besetzt sind. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ergibt sich dann aus der kumulierten Beschäftigtenzahl pro Monat dividiert durch 12.

Was ist zu tun, wenn der Umfang an schwerbehinderten Beschäftigten nicht erreicht wird?
Ist dies der Fall, dann ist für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe zu bezahlen. Für das Jahr 2012 sind dies folgende Sätze:

  • 115 Euro bei einer Beschäftigungsquote ab 3 % bis unter 5 %
  • 200 Euro bei einer Beschäftigungsquote ab 2 % bis unter 3 %
  • 290 Euro bei einer Beschäftigungsquote unter 2 %


Für kleine und mittlere Unternehmen gilt dabei Folgendes:
Arbeitgeber mit weniger als 40 Mitarbeitern müssen dann keine Ausgleichsabgabe zahlen, wenn sie jahresdurchschnittlich mindestens "einen" schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Arbeitet gar kein Schwerbehinderter im Unternehmen, muss der Arbeitgeber eine Abgabe von 115 Euro monatlich bezahlen.

Arbeitgeber mit mindestens 40 aber weniger als 60 Mitarbeitern sind verpflichtet, jahresdurchschnittlich "zwei" schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Beschäftigt der Arbeitgeber keinen, muss er 200 Euro monatlich bezahlen.

Die Meldung zur Schwerbehindertenausgleichsabgabe muss bis spätestens 31. März des Folgejahres an die zuständige Agentur für Arbeit abgegeben werden. Diese leitet die Daten an das Integrationsamt weiter. Nichtmelden oder auch Verspätungen werden als Ordnungswidrigkeit eingestuft und können mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Die Anzeige zur Schwerbehindertenabgabe ist elektronisch nach § 80 Sozialgesetzbuch IX abzugeben. Unter folgendem Link können Sie sich kostenlos die entsprechende Software downloaden.

TIPP: Arbeitgeber die anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen Aufträge erteilen, können nach § 140 Sozialgesetzbuch IX 50 % des Gesamtrechnungsbetrages abzüglich der Materialkosten auf die zu zahlende Ausgleichsabgabe sich anrechnen lassen.

Veröffentlicht im Februar 2012

 

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Isabell Wagner

Isabell Wagner ist bei Mayer & Kollegen die erste Ansprechpartnerin bei Fragen rund um die Lohnabrechnung. Die Expertin im Lohnbereich verfügt zudem über umfangreiches Spezialwissen zur Abrechnung von Saisonarbeitskräften.

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