Die betriebliche Altersversorgung

In unserem zweiten Beitrag aus unserer Reihe „Die betriebliche Altersversorgung“ stellen wir Ihnen die „Pensionskasse“ vor.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde vor etwa 6 Jahren veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr aktuell. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Bei Pensionskassen erwerben die Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistungen. Dabei ist eine Pensionskasse eine nicht-staatliche Altersversicherungseinrichtung, die Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber erhält, das Vermögen verwaltet und später Altersrenten an den Leistungsberechtigten (Arbeitnehmer oder Hinterbliebene) auszahlt. Pensionskassen werden bspw. von allen großen Versicherern angeboten.

Durch die Pensionskasse ist der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gegenüber verpflichtet alles zu unternehmen, damit im Versicherungsfall Leistungen von der Pensionskasse ausgezahlt werden können. Bei Nichterfüllung dieser Verpflichtungen macht sich der Arbeitgeber schadensersatzpflichtig. Pensionskassen unterliegen in Deutschland der Versicherungsaufsicht.

Wie bei allen Arten der betrieblichen Altersversorgung wird auch bei der Pensionskasse zwischen der alten Rechtslage - bis 31.12.2004 und der neuen Rechtslage - ab 01.01.2005 unterschieden. Auch hier hat das Alterseinkünftegesetz, mit dem das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung eingeführt wurde - zu einigen Änderungen geführt.

Die "alte" Rechtslage
Die Ausführungen gelten für Versorgungsverhältnisse mit Pensionskassen die bis zum 31.12.2004 abgeschlossen wurden.

In die Pensionskasse können max. Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialversicherungsfrei eingezahlt werden. Für 2011 entsprechen 4 % der Beitragsbemessungsgrenze 2.640 €. In 2012 steigt dieser Betrag auf 2.688 €. Dies sind monatlich 220 € bzw. 224 €.
Bis zu dieser Höhe können Beiträge steuerfrei eingezahlt werden.
Alternativ können 1.752 € jährlich eingezahlt werden - dieser Betrag ist allerdings mit 20 % pauschaler Lohnsteuer zu versteuern - der Betrag ist jedoch sozialversicherungsfrei.

Wird der Beitrag zur Pensionskasse durch eine Entgeltumwandlung finanziert - also nicht alleine durch Arbeitgeberbeiträge erbracht - so gelten in Bezug auf die Sozialversicherung folgende Regelungen: Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze sind sozialversicherungsfrei. Erfolgt die Einzahlung in die Pensionskasse aus einer Sonderzahlung sind bis zu 1.752 € sozialversicherungsfrei. Erfolgt die Beitragszahlung aus laufendem Gehalt sind die Beitragszahlungen voll sozialversicherungspflichtig.

Die Steuerbefreiung und die Pauschalierung konnten dabei nebeneinander in Anspruch genommen werden.

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer ist seit 2003 in einer Pensionskasse versichert. Sein Arbeitgeber zahlt für ihn im Kalenderjahr 2012 Zuwendungen von insgesamt 4.000 EUR ein.
Die Beiträge bleiben in 2012 i. H. v. 2.688 EUR steuerfrei. Den übersteigenden Betrag von 1.312 EUR kann der Arbeitgeber daneben in vollem Umfang nach § 40b EStG a. F. mit 20 % pauschalieren - unter den entsprechenden Voraussetzungen.

Die Leistungen aus der Pensionskasse sind als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG steuerpflichtig.

Dabei wird jedoch wie folgt unterschieden:
Der Umfang der Besteuerung richtet sich nach der Beitragszahlung. Beruhen die Versorgungsleistungen auf steuerfreien Beiträgen sind die Einnahmen daraus in vollem Umfang steuerpflichtig. Wurden die Beiträge dagegen pauschal oder individuell versteuert sind die Rentenzahlungen nur mit dem Ertragsanteil (gestaffelt nach Alter) steuerpflichtig.

Die neue Rechtslage
Für Verträge mit Pensionskassen die nach dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden gilt Folgendes:
Die Beiträge sind bis max. 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialversicherungsfrei. Für 2012 sind als Beitragszahlungen bis zu 2.688 € möglich (max. 224 € monatlich).

Die Leistungen aus der Pensionskasse sind nach § 22 Nr. 5 EStG in vollem Umfang als sonstige Einkünfte zu versteuern.

Veröffentlicht im Mai 2012

 

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Christine Mayer-Stöcker

Dipl. Volkswirtin (FH) Christine Mayer-Stöcker ist Partnerin der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Die Steuerberaterin ist auf die Betreuung der grünen Gewerbebetriebe, Agrarunternehmen und das Agribusiness spezialisiert.

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