Überblick über gesetzliche Regelungen für Job und Familie

In den ersten 3 Jahren nach der Geburt eines Kindes haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit.

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Elternzeit
In den ersten 3 Jahren nach der Geburt eines Kindes haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit. Wenn der Arbeitgeber zustimmt können 12 Monate davon aufgespart und genutzt werden bis das Kind sein 8. Lebensjahr vollendet hat. Der Anspruch auf Elternzeit gilt auch für Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen und für Mini-Jobber.
Voraussetzungen: Das Kind muss mit den Eltern unter einem Dach wohnen und von den Eltern selbst betreut werden. Arbeiten beide Elternteile haben beide unabhängig voneinander Anspruch auf Elternzeit - in der Einteilung ist man dabei flexibel. Mann und Frau können sich abwechseln und Elternzeit jeweils auf 2 Zeitabschnitte verteilt für einzelne Monate oder Wochen nehmen.

Mutterschutz
Der gesetzliche Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor und endet acht Wochen nach der Geburt. Will die Frau oder der Partner anschließend Elternzeit nehmen, muss das dem Arbeitgeber spätestens eine Woche nach der Entbindung mitgeteilt werden. Zugleich muss der Arbeitgeber informiert werden wie lange die Elternzeit in Anspruch genommen werden soll. Während der Elternzeit und in der Anmeldefrist besteht Kündigungsschutz.

Arbeiten während und nach der Elternzeit
Bis zu 30 Stunden pro Woche kann wäh-rend der Elternzeit gearbeitet werden. Mit Zustimmung des Arbeitgebers auch in einem anderen Betrieb oder als Selbstständige. Sind beide Eltern in Elternzeit darf jeder 30 Std./Woche arbeiten. Anspruch auf eine Teilzeitarbeit haben nur Mitarbeiter in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten. Dies ist jedoch von weiteren Voraussetzungen abhängig. 15 Stunden/Woche sind das Minimum. Schichtdienst ist kein Grund dafür, Teilzeitarbeit abzulehnen. Den Wunsch wieder Teilzeit zu arbeiten sollte rechtzeitig mit dem Arbeitgeber kommuniziert werden.

Wer nach der Elternzeit wieder zurückkehrt bekommt in der Regel seinen Arbeitsplatz wieder oder zwingend eine neue gleichwertig bezahlte Stelle - wenn das vor der Elternzeit vereinbart wurde. Ein Umstieg auf Teilzeit muss spätestens drei Monate vor dem gewünschten Beginn beantragt werden.

Krankenversicherung
Während des Mutterschutzes und in der Elternzeit zahlen Mutter oder Vater keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die Beitragsfreiheit gilt nur für das Elterngeld - auf andere Einnahmen müssen Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden.

Krankes Kind
Haben die Eltern Anspruch auf Krankengeld können für das gleiche Kind bis zu 10 Tage im Jahr für die Betreuung eines kranken Kindes in Anspruch genommen werden. Der Arbeitgeber hat die Eltern dafür freizustellen. Für diese Tage zahlt die Krankenkasse Kinderpflege-Krankengeld. Voraussetzungen: ein ärztliches Attest und das Kind darf das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Gibt es in einer Familie zwei Kinder besteht der Anspruch doppelt. Ab drei Kinder ist der Anspruch pro Elternteil auf 25 Arbeitstage begrenzt.

Veröffentlicht im August 2011

 

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Christine Mayer-Stöcker

Dipl. Volkswirtin (FH) Christine Mayer-Stöcker ist Partnerin der Mayer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft. Die Steuerberaterin ist auf die Betreuung der grünen Gewerbebetriebe, Agrarunternehmen und das Agribusiness spezialisiert.

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